Wie schaffen wir bezahl­bare Wohnungen in Gauting? – Beim AOA-Gelände wird es jetzt konkret!

In den nächsten Wochen wird es im Gemein­derat um die Neufas­sung des bestehenden Bebau­ungs­plans 100 – Schaf­fung von bezahl­barem Wohn­raum – gehen.

Man erkennt in Posi­tio­nie­rungen und Anträgen einiger Parteien und Grup­pie­rungen die nahende Kommu­nal­wahl im März 2020. Es wäre aber schade, wenn hier ein wich­tiges Zukunfts­thema – bezahl­barer Wohn­raum für viele Mitbürger — für Gauting zerredet wird und wich­tige Zeit erneut verloren geht.

Die amtli­chen Daten (Gemein­de­daten Planungs­ver­band Äußerer Wirt­schafts­raum München) zeigen, dass Gauting als Teil der Metro­pol­re­gion München moderat, aber keines­falls unkon­trol­liert wächst, wie einige sugge­rieren wollen. Gleich­wohl: es gibt erheb­li­chen Verän­de­rungen in der Bevöl­ke­rung durch Zu- und Wegzüge, für viele Menschen in Gauting ist die Wohnungs­frage ein ganz wich­tiges Thema!

Bevölkerungsentwicklung Gauting 2012-17

Was bedeutet es für eine Gemeinde,

  • wenn die Kinder­gärt­nerin Gauting verlässt, weil sie hier zwar arbeiten, aber nicht leben kann,
  • viele Mitar­beiter der Gemein­de­ver­wal­tung am Ort keine Wohnung finden,
  • 300 Gautinger aufgrund ihres nied­rigen Einkom­mens zwar einen Wohn­be­rech­ti­gungs­schein haben, aber die Gemeinde ihnen mangels Wohnungen nicht helfen kann,
  • in Gauting verwur­zelte junge Berufs­tä­tige aus dem Eltern­haus in eine eigene kleine Wohnung umziehen wollen, in Gauting aber nichts finden,
  • die Feuer­wehr den Bereit­schafts­dienst eines Tages nicht mehr sichern kann, weil viele Frei­wil­lige wegziehen, …?

Denn in Gauting wurden in den letzten Jahren wie im ganzen Land­kreis viel zu wenig Wohn­raum geschaffen — zudem mit einem Anteil von 80 % über­wie­gend Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häuser – gebraucht werden aber vor allem Wohnungen!

Einwohnerzuwachs
Quelle: https://www.merkur.de/lokales/starnberg/starnberg-ort29487/hunderte-wohnungen-fehlen-im-landkreis-starnberg-aber-es-gibt-zumindest-eine-hoffnung-12909536.html

Natür­lich berührt das denje­nigen zunächst nur wenig, der selber im womög­lich eigenen Haus in Gauting wohnt und keine Umzugs­pläne hat. Aber kann das die Leit­ma­xime für die Weiter­ent­wick­lung unseres Ortes sein ? Sollen sich es nur noch Wohl­ha­bende leisten können,  nach Gauting zu ziehen ? Das dürfen wir nicht akzep­tieren!

In der Gautinger Bevöl­ke­rung wird das Ziel eines vermehrten Baus bezahl­barer Wohnungen nach unserem Eindruck ganz über­wie­gend befür­wortet. Aber natür­lich gibt es bezüg­lich der AOA-Bebauung berech­tigte Fragen der unmit­tel­baren Anwohner, die den aktu­ellen Zustand einer still ruhenden Liegen­schaft mit dem wild bewach­senen Feld dahinter schätzen und nicht durchweg von einer wach­senden Nach­bar­schaft begeis­tert sind. Einige Anwohner wünschen sich daher ein gerin­geres Maß an Bebauung. Aber ist das mit dem Ziel bezahl­barer Wohnungen vereinbar ange­sichts der erheb­lich gestie­genen Boden­preise und Baukosten?

Wer die Anzahl der Wohnungen beim AOA redu­zieren will, muss nach­weisen, dass die gerin­gere Zahl an Wohnungen nicht zu teuer werden!

Wichtig in diesem Zusam­men­hang: die geplante Bebauung entspricht der Flächen­ver­dich­tung vergleich­barer Wohn­ge­biete in Gauting, wie eine Analyse der UBG aufzeigt.

Die Gemeinde wird die über­ar­bei­tete Planung nach gründ­li­chen Gesprä­chen mit allen Inter­es­sierten in den nächsten Wochen vorstellen. Im Bauaus­schuss am 10.9. wird darüber intensiv disku­tiert werden, es gibt Anträge deut­lich weniger Wohnungen zu bauen als ursprüng­lich geplant. Es muss sorg­fältig geprüft werden, ob hier­durch die Anzahl der drin­gend benö­tigten Sozi­al­woh­nungen und der im „Einhei­mi­schen-Modell“ zu schaf­fenden Wohn­raum redu­ziert wird, das ist nicht akzep­tabel!  Wir erwarten zeitnah noch in 2019 eine klare Entschei­dung, die die Anliegen der Anwohner ernst nimmt und den Weg frei macht für drin­gend benö­tigte bezahl­bare Wohnungen in Gauting!