Eine Konsens­lö­sung für den Ecopark – gute Nach­richten für Gautings Zukunft!

Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände
Areal für den zukünf­tigen Ecopark angren­zend an das Flug­ha­fen­ge­lände

Viele waren in Gauting vor einigen Tagen erschro­cken über Meldungen „Gauting gibt Pläne für Ecopark auf“. Dabei ist das Gegen­teil richtig: es gibt eine Konsens­lö­sung für das drin­gend benö­tigte neue Gewer­be­ge­biet am Südrand zu Gilching, um Gautings Finanz­si­tua­tion lang­fristig auf gesunde Füße zu stellen!

Gauting will den Ecopark – in Abstim­mung mit den Nach­bar­ge­meinden Gilching und Weßling – wenige Hundert Meter nach Westen verla­gern und entlang der Ostgrenze des Flug­ha­fens Ober­pfaf­fen­hofen entwi­ckeln. Diese kleine Verän­de­rung der Planungs­über­le­gungen hat gleich­wohl große Auswir­kungen. Gilchings Bürger­meister Manfred Walter hat den bishe­rigen massiven Wider­stand gegen Gautings Pläne aufge­geben, da das wich­tigste Anliegen von Gilching – keine wesent­liche Beein­träch­ti­gung des über­wie­gend von Gilchinger Bürgern genutzten Areals rund um den Melchior-Fanger-Weg am Unter­brunner Holz – erfüllt werden kann.

Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes
Skizze der Lage des neuen Gewer­be­ge­bietes

Das in seiner Dimen­sion etwas klei­nere Gewer­be­ge­biet (12–15 ha statt 21 ha) wird sich auf der Zeit­achse auch deut­lich schneller reali­sieren lassen, da das Gebiet außer­halb des Land­schafts­schutz­ge­bietes liegt. Eine Zustim­mung des Kreis­tages ist damit nicht mehr erfor­der­lich. Eine Beein­träch­ti­gung des Wasser­schutz­ge­bietes ist hier zudem auch nicht zu besorgen.

Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen
Verlän­ge­rung der Dornier­strasse vom Gilchinger Gewer­be­ge­biet zum Flug­hafen Ober­pfaf­fen­hofen

Da im Zusam­men­hang mit dem Bau des Gewer­be­ge­bietes Gilching-Süd eine Erschlie­ßungs­strasse 2019 fertig­ge­stellt wurde, ist auch diese wich­tige Voraus­set­zung bereits gegeben. Inso­fern kann man hoffen, dass die notwen­digen Planungs­ent­schei­dungen nun zügig auf den Weg gebracht werden können.

Wie kam es zu dieser über­ra­schenden Wende?

Seit der Kommu­nal­wahl über­la­gerte die Corona-Pandemie alle anderen Themen. Aber im Stillen hat Bürger­meis­terin Brigitte Kössinger mit ihren Bürger­meister-Kollegen aus Gilching und Weßling das Gespräch gesucht und diesen Weg gemeinsam entwi­ckelt. Wichtig war hierbei die Unter­stüt­zung des neuen Land­rates Stefan Frey, der mode­rie­rend einen guten Ausgleich unter­stützt hat. gwt-Geschäfts­führer Chris­toph Winkel­kötter war eben­falls einbe­zogen, der – unab­hängig von dem Gautinger Inter­esse an einer struk­tu­rellen Verbes­se­rung seiner Gewer­be­steu­er­ein­nahmen – unter­streicht, wie groß der Bedarf an geeig­neten Gewer­be­flä­chen gerade von Firmen aus dem Tech­no­lo­gie­be­reich ist. Gauting hat bekannt­lich von Anfang das Ziel verfolgt, an dieser Stelle vor allem tech­no­lo­gie­ori­en­tierte Firmen aus dem Groß­raum München eine Perspek­tive zu bieten. Aufgrund der guten verkehr­li­chen Erschlie­ßung über die A 96 und den im weiteren Ausbau befind­li­chen ÖPNV aufgrund der Syner­gie­ef­fekte mit dem Flug­hafen und den Gilchinger Gewer­be­ge­bieten sollen hier zwar hoch quali­fi­zierte Arbeits­plätze entstehen, aber nur in geringem Umfang Zuzug nach Gauting die Folge sein.

Möglich wurde dieser Weg durch den Eigen­tü­mer­wechsel am Flug­hafen. Während der frühere Eigen­tümer EADS kein Inter­esse an der Entwick­lung von Gewer­be­flä­chen angren­zend zu seinem Gelände hatte, hat sich diese Haltung seit der Über­nahme durch den neuen Eigen­tümer Bewo grund­le­gend verän­dert. Die Bewo unter­stützt und begrüßt die Gautinger Pläne nun.

Wie sind die Reak­tionen?

Die massivsten Kritiker der bishe­rigen Planung, das Gilchinger Bündnis „Pro Bann­wald“ und der Bund Natur­schutz, haben die verän­derten Planungs­über­le­gungen bereits begrüßt und ihren grund­sätz­li­chen Wider­stand gegen die Gautinger Pläne aufge­geben. Hoffen wir, dass es dabei bleibt und nicht wieder neu nach­ge­kartet wird. In Gauting hatten die Pläne für den Ecopark immer schon sehr breite Unter­stüt­zung im Gemein­derat und der Bevöl­ke­rung. Aller­dings waren die Gautinger Grünen als zweit­stärkste Frak­tion im Gemein­derat bislang gegen den Ecopark. Aber auch sie haben jetzt ihren Wider­stand aufge­geben und die neuen Über­le­gungen der Gautinger Bürger­meis­terin begrüßt. Zukunft­Gauting freut es, dass nach der Kurs­kor­rektur der Grünen in ihrer Haltung zur Schaf­fung von bezahl­barem Wohn­raum beim AOA-Areal nun auch bei diesem Konflikt­thema eine konstruk­tive gemein­same Lösung für ein wich­tiges Gautinger Vorhaben gefunden werden kann.

Es bleibt zu hoffen, dass die maßgeb­lich von Brigitte Kössinger seit ihrer Wahl zur 1.Bürgermeisterin voran getrie­benen Pläne insge­samt drei neue Gewer­be­ge­biete zu reali­sieren nun auf einen gutem Weg der zügigen Planung und Reali­sie­rung kommen. Während die Erschlie­ßungs­maß­nahmen für den Hand­wer­kerhof am Penny-Kreisel inzwi­schen begonnen haben, müssen bezüg­lich des Gautinger Feldes im Anschluss an das Askle­pios-Areal noch letzte Planungs­vor­aus­set­zungen abge­schlossen werden. Diese beiden Gewer­be­ge­biete sichern aber bekannt­lich nur den lang­fris­tigen Bestand heutiger Gewer­be­be­triebe auf Gautinger Gemein­de­ge­biet. Deshalb ist der Ecopark so wichtig – nur mit seiner Reali­sie­rung kann Gauting deut­lich höhere Gewer­be­steu­er­ein­nahmen errei­chen und finan­ziell gesunden.

Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen
Hand­wer­kerhof – Erschlie­ßungs­ar­beiten haben begonnen