Endlich – ein neues Gewer­be­ge­biet für Gauting

Was lange währt…. Mit dem Amts­an­tritt der 1.Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger 2014 wurde es – endlich! – in der Gautinger Gemein­de­po­litik eine Prio­rität sich auch um die Einnahmen der Gemeinde zu sorgen und das bedroh­liche struk­tu­relle Defizit der viel zu nied­rigen Gewer­be­steuer anzu­gehen.

Der Hand­wer­kerhof am Penny­kreisel – als kleinstes der drei ins Auge gefassten neuen Gewer­be­ge­biete – wurde 2022 gebaut. Und jetzt hat der Gautinger Bauaus­schuss – einstimmig! — den Aufstel­lungs­be­schluss für ein weiteres neues Gewer­be­ge­biet auf dem Areal des 2023 aufge­ge­benen Golf­parks Eberle auf der anderen Seite gefasst. Auf knapp 5 ha soll ein Gewer­be­ge­biet insbe­son­dere für bereits am Ort ansäs­sige Betriebe entstehen. Viele dieser Firmen, wie etwa Dietl Fein­me­chanik oder Stanz Schmid, haben an ihrem heutigen Standort keine vernünf­tige Entwick­lungs­per­spek­tive und benö­tigen neue Stand­orte. Gauting hat natür­lich höchstes Inter­esse, diese Firmen in Gauting zu halten. Sonst würde die ohnehin schon schmale Gewer­be­steu­er­basis weiter abschmelzen, wenn diese Firmen sich aus Gauting verab­schieden sollten. Und es ist natür­lich im Inter­esse der Firmen und ihrer Mitar­beiter stand­ortnah eine zukunfts­ori­en­tierte Lösung zu finden.

Das lila eingegrenzte Gebiet zeigt den Planumgriff des zukünftigen Gewerbegebiets, das über einen weiteren Abzweig vom Penny-Kreisel erschlossen werden soll
Das lila einge­grenzte Gebiet zeigt den Plan­um­griff des zukünf­tigen Gewer­be­ge­biets, das über einen weiteren Abzweig vom Penny-Kreisel erschlossen werden soll

Man kann die Gemeinde nur beglück­wün­schen, diese Lösung entwi­ckelt zu haben. Bekannt­lich war ursprüng­lich vorge­sehen, im sog. „Gautinger Feld“ hinter Askle­pios in Rich­tung Unter­brunn ein Gewer­be­ge­biet entstehen zu lassen. Hier waren die notwen­digen Abstim­mungen mit anderen betei­ligten Behörden des Frei­staats Bayern so mühselig und behin­dernd, dass die Reali­sie­rung zuletzt zuneh­mend in den Sternen stand.

Nach der Einschät­zung der Höheren Landes­pla­nungs­be­hörde ist das nun ins Auge gefasste Gebiet dagegen gut geeignet für ein Gewer­be­ge­biet. Vorteil­haft ist auch, dass sich das Gebiet weder in einem Land­schafts- oder Wasser­schutz­ge­biet befindet und auch nicht zu einem Regio­nalen Grünzug gehört. Auch die Erschlie­ßung über die Staats­straße am Penny-Kreisel wird durch das Staat­liche Bauamt in Weil­heim gewähr­leistet.

Die Anbin­dung des Gewer­be­ge­biets ist durch Bus und die geringe Entfer­nung vom Bahnhof auch für Nutzer des ÖPNV sehr gut geeignet. Es gibt bereits eine lange Liste von Inter­es­senten, so dass die Bele­gung als gesi­chert erscheint. In Frage kommen mittel­stän­di­sche Unter­nehmen aus Gauting bzw. mit einem starken Bezug zum Ort. In dem aufzu­stel­lenden Bebau­ungs­plan wird daher auch konse­quent vorge­sehen, dass die Erwerber zeitnah bauen müssen und ihr Baurecht auch weit­ge­hend ausschöpfen.

Für diese Firmen ist es entschei­dend wichtig, eine verläss­liche Perspek­tive zu erhalten. Natür­lich dauert das Bebau­ungs­plan­ver­fahren noch seine Zeit, aber dies sollte – vergleichs­weise – zügig gehen.

Und damit alles gut?

Man muss es so klar sagen, wie es vermut­lich viele nicht hören wollen. Hand­wer­kerhof und Gewer­be­ge­biet auf dem ehem. Golf­park sichern vor allem die orts­an­säs­sigen Betriebe und die heutige Gewer­be­steu­er­basis. Hoffent­lich entwi­ckeln sich diese Unter­nehmen an ihren neuen Stand­orten positiv und zahlen in der Zukunft auch höhere Gewe­be­steuern. Aber um wirk­lich einen großen Sprung machen zu können und eine struk­tu­rell höhere Gewer­be­steu­er­basis zu erhalten, muss auch das dritte Projekt umge­setzt werden. Es wird span­nend, wann der am Flug­hafen Ober­pfaf­fen­hofen geplante „Galileo Park“ endlich so weit ist, dass der Bebau­ungs­plan verab­schiedet werden kann.

Die Gemein­de­ver­wal­tung arbeitet auch hieran mit Hoch­druck und die 1. Bürger­meis­terin Dr. Brigitte Kössinger wird ihre ganze Kraft dafür einsetzen, dass dieses Projekt bis zur Kommu­nal­wahl 2026 „in trockene Tücher“ gebracht wird. Erfreu­lich ist, dass hier der gesamte Gemein­derat unter­stützt und an einem Strang zieht. Bekannt­lich war dies ja nicht immer der Fall. Aber die Einsicht ist groß, dass nach vielen Jahr­zehnten, in denen in Gauting immer gerne große Projekte reali­siert wurden, aber niemand sich für die nach­hal­tige Finan­zie­rung inter­es­sierte, dies nicht mehr so weiter gehen kann.