Die Verabschiedung des Gautinger Doppelhaushaltes 2025/26 und unser Bericht über die Beratungen im Gautinger Gemeinderat haben für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Jetzt hat sich auch Landrat Stefan Frey bei uns gemeldet. Er kritisiert die Stellungnahme der beiden Gemeinderäte der UBG, Dr.Andreas Albath, zugleich 1. Vorsitzender von ZukunftGauting und Richard Eck. Und bezieht sich dabei auf deren kritische Anmerkung bezüglich der Kreisumlage, die mit 1/3 der größte Aufwandsblock im Gautinger Verwaltungshaushalt ist und insbesondere in den letzten Jahren stark angestiegen ist.
Stefan Frey hat uns geschrieben:
Zum Haushalt des Landkreises werden einige Schlüsse gezogen, die nicht korrekt sind! Vor allem, in welchem enormen Umfang wir sparen, Einsparungen bei Personal, kaum noch freiwillige Leistungen, dass wir anders als die Gemeinden keine nennenswert eigene Einnahmen haben, aber auch jede Menge an Pflichtaufgaben und wir uns gesetzlich geregelt über die Kreisumlage finanzieren müssen.
Und dass unseren Kliniken bundesseitig zu wesentlichen Teilen die Refinanzierung abgeschnitten wurde, wir nun also über unseren Kreishaushalt als Gesellschafter einspringen, was die Umlage in die Höhe treibt, ebenso wie nicht refinanzierte staatliche Aufgaben und wir rund 28 Prozent unseres eigenes Verwaltungshaushalts wir an den Bezirk (62 Mio. Euro) abgeben müssen. Und dass das Gymnasium in Herrsching allein wegen der Krisenjahre 2022 ff. so teuer geworden ist.
Was zeigt diese Kritik:
1. Das eigentliche Problem ist die chronische Unterfinanzierung der kommunalen Ebene. Der Bund überträgt ständig den Kommunen und Kreisen neue – oft zweifelsfrei wichtige – Aufgaben, wie zB. die Schaffung von Kindergartenplätzen oder ab 2026 eine Ganztagsbetreuung in den Grundschulen. Er sorgt aber nicht für eine ausreichende Finanzierung. So machen sich der Bund, aber auch die Länder einen „schlanken Fuß“ und Kommunen und Kreise stecken im Schlamassel.
2. Richtig ist aber auch – die Kreisumlage im Landkreis Starnberg ist eine der höchsten in Bayern, ganz exakt konnten wir das nicht überprüfen. Landrat Stefan Frey erläutert:
Es sind im Wesentlichen tatsächlich hohe Zinsbelastungen für Kliniken, hohe ÖPNV Kosten und hohe Bezirksumlage infolge hoher Umlagekraft der Gemeinden. Andere haben teilweise keine Kliniken und relativ gesehen hohe Umlagen.
3. Und klar ist auch – jammern hilft nicht, ob die neue Bundesregierung ein besserer Partner für die kommunale Ebene wird, wäre zu wünschen, aber darauf kann man sich nicht verlassen. Die beiden Gemeinderäte der UBG, deren Haltung ZukunftGauting zustimmt, haben konkrete Vorschläge gemacht, was Gauting tun kann:
- Alle Grundstücke auf Veräußerungsmöglichkeit zu überprüfen, die nicht wie das Bahnhofsareal ortsbildprägend sind. Und etwaige Erlöse für Investitionen nutzen, die die Substanz von Gauting erhalten oder wichtige Verbesserungen bringen.
- Der Entwicklung des geplanten Gewerbegebiets am Flughafen Oberpfaffenhofen Priorität zu geben, damit Gauting auch NEUE Firmen als Gewerbesteuerzahler gewinnen kann
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Gemeinderat bis zum Ende seiner Amtszeit im Frühjahr 2026 hier etwas anpacken wird.